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"Arbeiterjugendliche gestalten die Arbeitswelt von morgen neu!"
Forderungskatalog
Unsere Gesellschaft erfährt
große Umstrukturierung auf dem Arbeitsmarkt, die die
Beschäftigungsstrukturen radikal verändern. Die Trends des
derzeitigen Wachstumsmodelles weisen darauf hin, dass zukünftig
nur mehr eine kleine Minderheit mit einer festen, qualifizierten, gut
bezahlten Arbeitsstelle rechnen kann. Auf der anderen Seite gibt es
eine große Mehrheit, die sich mit kleinen eher schlecht
bezahlten Gelegenheitsjobs ohne Sozialabsicherung zufrieden geben
muss. Mit einem relativ bescheidenen Einkommen haben sie Zugang zum
Konsummarkt wo sie den Großteil ihrer Bedürfnisse in Form
von Gütern und Dienstleistungen befriedigen können.
Gleichzeitig wird aber auch ein bedeutender Teil der Bevölkerung
vom Produktions- und Konsumkreislauf ausgeschlossen bleiben.
Das große Problem das sich
eigentlich in unserer Gesellschaft stellt, ist, dass der Reichtum
sich in immer weniger Händen konzentriert.
Wir glauben, dass eine Umverteilung
des Reichtums und der Arbeit immer dringlicher wird, damit alle eine
Arbeit finden. Die Arbeitszeit muss verkürzt werden, ohne
Lohneinbußen, weil ein jeder das Recht auf ein menschenwürdiges
Leben hat.
Dieser
Forderungskatalog stützt sich auf die Erfahrung von Tausenden
Jugendlichen in Europa und ist das Ergebnis der Arbeit zu unserer
Kampagne der letzten drei Jahre „Arbeiterjugendliche gestalten die
Arbeitswelt von morgen neu".
Eine
Arbeit, die uns gerecht wird!
Der
Bezug zwischen unserer Ausbildung und der Arbeit, der wir nachgehen,
ist schlecht. Nur sehr wenige gehen wirklich der erlernten Tätigkeit
nach.
Die
meisten von uns arbeiten in geregelten Arbeitsverhältnissen und
einen Arbeitsvertrag zu haben ist Jugendlichen sehr wichtig. Es gibt
aber weiterhin zu viel informelle Arbeitsverhältnisse
(„Schwarzarbeit") und viele Jugendliche arbeiten in diesen
Bedingungen. Unsere Rechte in solchen Arbeitsverhältnissen sind
nur sehr schwer einzufordern.
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Arbeiterjugendliche
wollen nicht schwarz arbeiten, aber es gibt nicht so viele
Alternativen oder die Jugendlichen haben nicht genügend
Fähigkeiten.
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Feste
Arbeitsplätze mit einem Arbeitsvertrag werden nicht so gut
bezahlt und Arbeiterjugendliche wollen/brauchen das Geld als
Zusatzeinkommen oder um unabhängig zu werden (z.B. unabhängig
von ihren Eltern leben zu können), Rechnungen zu zahlen oder
andere Dinge zu kaufen.
Die
meisten Menschen arbeiten länger als in ihrem Arbeitsvertrag
angegeben, fast jeder leistet Überstunden, diese werden meistens
bezahlt oder durch Freizeit abgegolten. In einem kleineren Teil der
Fälle findet kein Ausgleich statt und die geleisteten
Überstunden sind ein Geschenk für die Arbeitgeber.
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Arbeiterjugendliche
machen Überstunden weil sie gezwungen sind, denn sie haben
Angst vor ihrem Boss oder davor, ihren Arbeitsplatz zu verlieren und
sie brauchen das Geld oder sie wollen etwas Anderes, z.B.
zusätzlichen Urlaub.
Arbeit
wird in der Gesellschaft nicht besonders anerkannt,
auch wenn es besser ist, „einen Arbeitsplatz" zu haben, als
arbeitslos zu sein. Es gibt
einen Unterschied zwischen praktischer und intellektueller Arbeit.
Für Jugendliche ist es wichtig, sich in die Gesellschaft
einzubringen, etwas zur Gesellschaft beizutragen. Der Kontext und
das Gehalt, und die damit verbundene Unabhängigkeit, sind
wichtiger. Jugendliche wollen Geld verdienen und etwas kreieren.
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Arbeiterjugendliche
wollen arbeiten, um ihre Persönlichkeit zu gestalten und
persönliche Erfüllung zu finden. Es ist wichtig, sich in
der Gesellschaft nützlich zu fühlen und in dem Bereich zu
arbeiten, für den sie ausgebildet worden sind und der in
Zusammenhang mit ihren Fähigkeiten und Kenntnissen steht.
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Finanzielle
Sicherheit und Geld sind auch wichtige Elemente - die Arbeit soll
eine Garantie für das weitere Leben sein, sie wollen ein
geregeltes Leben führen und die Möglichkeit haben, etwas
Anderes zu tun, wie Weiterbildung oder die Gründung einer
Familie.
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Arbeiterjugendliche
wollen weniger als 8 Stunden pro Tag arbeiten, aber sie brauchen
einen vollen Lohn, um ihre Bedürfnisse erfüllen zu können.
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Die
Arbeitsstunden sind sehr wichtig, Arbeiterjugendliche machen sich
Gedanken über ihre Zukunft, sie möchten im Sozialbereich,
statt in Büros arbeiten.
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Arbeiterjugendliche
suchen einen Arbeitsplatz, der ihnen gefällt. Es ist wichtig,
Spaß am Arbeitsplatz zu haben.
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Es
ist wichtig, darauf zu achten, dass ihre Rechte eingehalten werden
und sie in der Lage sind sie einzufordern (z.B. bestehende Rechte,
Menschenrechte, Verfassungsrechte).
Wir
fordern:
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Ein
Gehalt, das zum Leben ausreicht, das unsere Grundbedürfnisse
befriedigt.
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Ein
Gehalt so dass wir nicht zu Überstunden gezwungen sind.
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Überstunden
müssen auf freiwilliger Basis geleistet werden. Wenn wir um
Überstunden gebeten werden, entscheiden wir, ob wir sie
leisten.
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Überstunden
müssen zeitlich oder finanziell ausgeglichen werden.
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