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Ein neues Arbeitskonzept entwickeln Drucken E-Mail


Das derzeitige System – der Hintergrund
  • Die Entfremdung kann dann funktionieren, wenn der Großteil der Bevölkerung glaubt, dass das System, das die Bevölkerung erdrückt, zum Wohl dieser Bevölkerung besteht.  Das ist der neoliberale Grundsatz des Philosophiesystems des 19. Jahrhunderts.  Wir haben nicht nur das Recht, sondern eine gemeinsame Pflicht, uns diesem System zu widersetzen, das behauptet, für unser Wohl zu bestehen, während es in Wirklichkeit nur einer Minderheit zu Gute kommt.  Wir dürfen den Feind nicht unterschätzen, denn er findet ein Mittel, um die Leute zu fangen. Die Gewerkschaften kämpfen, damit die ArbeitnehmerInnenvertretungen in den Betrieben informiert und die ArbeitnehmerInnen ihre Meinungen äußern dürfen.  Es wurde ein Modell in die Wege geleitet, wie die Qualitätskreise, wo die ArbeitnehmerInnen selbst beschließen, ob sie immer die gleichen Vorgänge verrichten oder sich abwechseln, oder ob sie kürzere oder längere Pausen einlegen, usw.  Jedoch, die Anzahl der hergestellten Stücke oder die Fristen werden anderswo beschlossen.  Darüber haben die ArbeitnehmerInnen keinen Einfluss.  Sie können nur über Kleinigkeiten entscheiden. Der Widerstand gegen das System ist nie beendet – er erfordert Einfallsreichtum und Umbrüche.  Es ist notwendig, qualitative Veränderungen hervorzurufen, aber der Widerstand ändert das System noch nicht.  In unserer Welt, können selbst die Anders-Globalisierung Bewegungen nicht aus dem System aussteigen; jedoch haben sie bessere Widerstandarten vor und müssen so auf die intelligenteste Art und Weise weiter machen.
  • Die Sicherheit – jeder Mensch braucht ein Minimum an Sicherheit, an Selbstvertrauen und an Vertrauen in die Anderen um in der Gesellschaft zu leben.  Wir schöpfen unsere Sicherheit aus zwei Quellen – die eine verdanken wir dem Gesetzessystem im Lande und die andere ist die soziale Sicherheit (so habe ich, wenn ich krank bin und nicht arbeiten kann, doch noch die Möglichkeit zu überleben).  Das Sicherheitsbedürfnis wird befriedigt, weil wir Dinge gemeinsam festgelegt haben, wie die Gesetze.  Die andere Sicherheit entstammt den Grenzen, die ich mir selbst stecke.  Manche Stadtviertel werden von Alarmsystemen, Hunden, Sicherheitswächtern, etc. abgeschottet.  In dem Falle schließen die Reichen sich ein um sich zu schützen.  Das ist die Stellung der Rechtsradikalen – sie wollen ein Sicherheitssystem, das all diejenigen ausschließt, die bedrohlich sind, die anders sind als wir.  Manche Christen fühlen sich auch zur Rechtsradikalen geneigt.  Es gibt ein rechtmäßiges Bedürfnis nach Sicherheit, die JOC ist für die erste Art von Sicherheit und kämpft gegen die zweite.
  • Die christlichen Bewegungen haben den positiven Gedanken geäußert, dass der Mensch durch die Arbeit mit dem Schöpfer wirkt, um die Schöpfung zu vollenden.  Gott hat sechs Tage gearbeitet und keine Zeit gehabt, sein Werk zu vollenden, somit setzen wir seine Arbeit fort.  Wir sind MitschöpferInnen, gemeinsam mit Gott.  Dieser Gedanke wird von den Bewegungen gefördert und Cardijn stand dabei mit an erster Stelle.
  • Alternativen: Was ein Grundeinkommen betrifft, so ist ein Vorschlag gemacht worden: alle BürgerInnen von über 18 Jahre haben Anrecht auf ein Grundeinkommen, wenn sie in einem bestimmten Land wohnen.  Wenn sie es möchten, können sie zusätzlich arbeiten und ihr Grundeinkommen erhöhen.  Dieser Gedanke scheint unmöglich und gefährlich.  Unmöglich, weil niemand in der Lage war, zu sagen, auf welcher Höhe dieses Grundeinkommen liegt.  Der höchste Betrag, der erwähnt worden ist, lag bei 400 Euro, aber mit diesem Betrag zu leben ist eine Herausforderung.  Er ist gefährlich, denn wenn wir sagen, jedeR habe automatisch Anrecht darauf, so beschränken wir die Jugendlichen auf eine Konsumhaltung.  Manche würden sagen, 400 Euro sei zuviel und dass man diesen Leuten einen Anreiz bieten sollte, zu arbeiten.  Rechtsregierungen würden die ausländischen BürgerInnen, usw. davon ausgrenzen.  Aus diesem Grunde ist die ArbeitnehmerInnenbewegung in Belgien gegen diesen Vorschlag.
  • Zuviel Arbeit – zuwenig Arbeit: Es ist wichtig, sich an die Rolle, die die Arbeit im Leben und in der Gesellschaft spielen kann, zu erinnern.Heutzutage sterben die Menschen aufgrund von zwei Ursachen: sie arbeiten zuviel oder zu wenig.  Die Senkung der Arbeitszeit ist eine Art und Weise, die Arbeit zu teilen und jedem Menschen Zugang zu dieser Dimension des Lebens zu gewährleisten und andererseits zu vermeiden, dass andere Menschen ihr zum Opfer fallen.Man muss vorsichtig sein, denn in unseren Ländern hängt eine ganze Reihe von Rechten mit der Arbeit zusammen und diese bleiben nicht gleich, wenn man die Arbeitszeit senkt.
  • Schattenwirtschaft gegenüber von solidarischer Wirtschaft: Schattenwirtschaft ist vollkommene Ausbeutung. Wir brauchen das, was manche eine "solidarische Wirtschaft" nennt, die die sozialen Bedürfnisse (auch derjenigen, die aus der Gesellschaft ausgegrenzt sind) dank unterschiedlicher Finanzierung befriedigt.
  • Die Arbeit in den anderen Kontinenten: Viele Leute bei uns glauben, dass "die da" (vorzugsweise in Afrika), nur fürs Essen arbeiten.  Dann hören sie auf.  Kein Wunder, dass diese Länder unterentwickelt sind!  Wie können sie "zivilisiert" sein, wenn sie nicht ver¬standen haben, dass die Arbeit im Mittelpunkt des Lebens steht? Tatsächlich sind in diesen Ländern viele Menschen gezwungen ohne Status, ohne Vertrag und ohne Anerkennung ihres Arbeitsplatzes zu arbeiten.  Viele Kinder und Jugendliche in Lateinamerika, Asien und Afrika sind ge¬zwungen, außerhalb der Arbeitsstandards zu arbeiten.  Auch diese ausgebeuteten Personen müssten das Recht haben, würdevoll und gegen eine korrekte Bezahlung zu arbeiten.
  • Arbeit und Frauen: Wenn sie sich vorstellen, sagen viele Frauen, sie arbeiten nicht, obwohl sie den ganzen Tag pausenlos arbeiten.  Damit meinen sie, sie haben keine Arbeitsstelle.  Aber sie kümmern sich um zahlreiche Aufgaben, die in den patriarchalischen Gesellschaften den Frauen vorbehalten sind.  Sie führen sie aus, ohne Gehalt oder jegliche soziale Anerkennung.


 
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