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Deklaration Gegen Ausgrenzung - für eine interkulturelle Gesellschaft PDF Drucken E-Mail

A. Wer wir sind

ImageDie JOC ist eine internationale Bewegung von, für, durch und mit Arbeiterjugendlichen. In konkreten Aktionen lernen wir Jugendliche in der JOC, unsere Situation zu analysieren und reflektieren, um sie zu begreifen, sowie unsere Situation in einen größeren Zusammenhang zu stellen und zu verändern.

Die JOC Europa hat in den letzten drei Jahren ihre Arbeit in eine offene Kampagne gegen soziale Ausgrenzung und für eine interkulturelle Gesellschaft zusammengefasst. In vielen lokalen Aktionen und Projekten haben wir die Probleme, die wir als Jugendliche tagtäglich erleben, aufgezeigt und Alternativen entwickelt. Auf nationaler und europäischer Ebene wurden die Erfahrungen aus diesen lokalen Aktionen und Projekten ausgetauscht.

In dieser Auseinandersetzung haben wir auch konkreter definiert, was für uns soziale Ausgrenzung und auch was für uns eine interkulturelle Gesellschaft bedeuten.

B. Wovon wir sprechen

Dieser Forderungskatalog will unsere innersten Wünsche als Jugendliche ausdrücken:

Den Wunsch frei zu sein, den Wunsch FreundInnen zu haben, den Wunsch ein wichtiger Teil der Gesellschaft zu sein und den Wunsch Interkulturalität zu leben.

Grundlage unserer Forderungen und Überlegungen sind die lokalen Aktionen und Projekte. Wir erleben unsere Gesellschaft oft wie einen Zug, von dem viele Mitreisende das Gefühl haben, dass er in die falsche Richtung fährt und immer schneller wird. Wirtschaft und Politik suchen eine Lösung, indem sie das Tempo erhöhen. Wir sind auf der Suche nach einer neuen Richtung, nach einem neuen Gleis in die Zukunft.

Wir glauben an die Fähigkeit von Jugendlichen, ihr Leben selbst zu gestalten und die Gesellschaft mitzubestimmen. Sie sind Individuen, eigene Persönlichkeiten mit Träumen und Wünschen und brauchen die Möglichkeit, sie umzusetzen.

C. Was wir sehen

Wir leben in einer Welt, die genügend Reichtum, technisches Wissen und Bildung beherbergt, um eine Zukunft für alle Bewohner zu schaffen. Aber diese Möglichkeiten sind sehr ungleich zwischen den einzelnen Ländern und Bevölkerungsschichten verteilt.

Für uns ist AUSGRENZUNG all das, was die persönliche und soziale Entfaltung der Menschen verhindert und Ungleichheiten schafft. Wenn wir in der JOC von sozialer Ausgrenzung sprechen, wissen wir, dass Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit, Sexismus, Schulabgang, Exil der Flüchtlinge und Rassismus alles Formen von sozialer Ausgrenzung sind. Das Wirtschaftssystem, in dem wir heutzutage leben, ist vor allem auf Profit orientiert und vergisst den Menschen. Wer nicht zu dem dazugehörigen Gesellschaftsbild und seiner Ideologie passt, wird ausgegrenzt. Wir glauben, dass keine Veränderung möglich ist ohne eine Veränderung der Menschen in ihrem Verhalten und Benehmen. Partizipation ist somit ein individueller und kollektiver Schritt in den Schulen, am Arbeitsplatz, in den Wohnvierteln und überall wo Jugendliche leben.

D. Was wir uns wünschen

Wir wünschen uns eine Gesellschaft, in der es eine Gleichberechtigung gibt zwischen Männern und Frauen, In- und AusländerInnen, den verschiedenen Generationen, usw.

Wir wünschen uns eine Gesellschaft, in der die Werte Solidarität, Gerechtigkeit, Kooperation und gewaltfreie Konfliktlösung gelebt werden. Diese Werte sind Ausgangspunkt unserer Arbeit, dafür setzen wir uns ein. Eine materielle Absicherung von allen und die Möglichkeit zur aktiven Beteiligung sind notwendige Grundlagen für eine Gesellschaft, in der Gewalt, Rassismus, Sexismus und Nationalismus abgebaut und verhindert werden sollen.

Wir wünschen uns eine Gesellschaft, in der verschiedene Kulturen, Sprachen und Traditionen miteinander frei leben können.

Wir wünschen uns eine Gesellschaft, die den einzelnen Menschen respektiert, seine Einzigartigkeit und Unterschiedlichkeit; eine Gesellschaft, die ihn akzeptiert, mit all seinen Schwächen, Stärken und Fähigkeiten; eine Kultur, die immer wieder Vernetzungen zwischen den einzelnen Menschen herstellt.

Wenn wir von einer interkulturellen Gesellschaft sprechen, dann sprechen wir von einer Gesellschaft, die unsere Wünsche als Inhalt hat. In unseren lokalen Aktionen entwickeln wir Haltungen, die das Zusammenleben in unserer Gesellschaft ermöglichen.

Im Folgenden haben wir unsere Erfahrungen und Aktionen an der Basis zu Forderungen in den fünf Bereichen Arbeitswelt, Ausbildung und Schule, Freundschaften und Beziehungen, Kommunikationsmittel und Lebensqualität zusammengefasst.

E. Arbeitswelt

Als Europa-JOC stellen wir fest, dass Jugendarbeitslosigkeit oft verdeckt und nicht leicht erkennbar ist. Die Tatsache, dass es kaum möglich ist, Zahlen über Jugendarbeitslosigkeit in Europa zu bekommen, zeigt uns, dass die Politik dieses Problem lieber im Dunklen lässt. Aber es wird zugegeben, dass die Jugendarbeitslosigkeit (in der EU) mit über 20 % doppelt so hoch ist wie die Arbeitslosigkeit insgesamt.

Die Regierungen und die Wirtschaft konnten dieses Problem bisher grundlegend und fundamental nicht lösen, weil sie sich nicht mit den wahren Ursachen, sondern nur mit den Folgen des Problems beschäftigen.

ImageFür uns als Europa-JOC hat die Arbeit einen hohen Wert im menschlichen Leben, aber das Leben besteht aus mehr als Arbeit. Arbeit haben bedeutet mehr als Geld zu verdienen, Arbeit ist ein Ort, wo man Kontakte zu Anderen hat, wo man ein soziales Leben entwickelt und seine Kreativität und Persönlichkeit entfaltet. Daher ist es notwendig, dass es für alle die Möglichkeit auf bezahlte Arbeit gibt.

Wir meinen, dass alle Menschen unabhängig von ihrer Leistungsfähigkeit das Recht auf das zum Leben Notwendige haben. Wir sehen in der Idee eines Grundeinkommens für alle eine zukunftsfähige Lösung. Dafür braucht es eine gerechtere Verteilung des Reichtums. Durch diese Maßnahme wäre niemand mehr gezwungen, eine Arbeit unter unmenschlichen Bedingungen anzunehmen. Umgekehrt stimuliert diese Unabhängigkeit dazu, sich eine Arbeit zu suchen, die den eigenen Fähigkeiten und Interessen entspricht. Arbeit soll in Zusammenhang mit unserer Ausbildung stehen und sich positiv auf die Gesellschaft auswirken.

Als eine Lösung der Arbeitslosigkeit fordern wir eine Arbeitszeitverkürzung, um die vorhandene Arbeit gesellschaftlich gerechter zu verteilen. Diese Verkürzung darf finanziell nicht zu Lasten der Arbeiterschaft und der Beschäftigten mit geringen und kleinen Einkommen gehen.

Wir fordern einen Mindestlohn und einen Höchstlohn in allen Branchen, für alle Posten und für alle Beschäftigten, sodass Überstunden und Nebenbeschäftigungen reduziert werden.

Wir fordern eine stärkere staatliche und gewerkschaftliche Kontrolle zum Schutz der Arbeitnehmerrechte (Recht sich zu organisieren, Recht auf legalen Status, usw.) und der Gesundheitsverträglichkeit in den Betrieben, sowie die konsequente Bestrafung für Vergehen gegenüber den gesetzlichen Regelungen.

Wir fordern industrielle, landwirtschaftliche und andere Produktionsmodelle, die den sozialen Bedürfnissen entsprechen und der Qualität natürlicher Erzeugnisse und dem Umweltschutz Vorrang vor dem Kapital geben.

Wir fordern eine neue Besteuerung der Betriebe, damit die Gewinne daraus die universellen Rechte und die staatlichen Aufgaben garantieren.

Im Rahmen der Einführung des EURO 1999 und der Ausweitung der Europäischen Union auch auf die osteuropäischen Länder ist es notwendig, auch soziale Kriterien und Standards festzulegen. Diese sollen sich an den jeweils besten Bedingungen in einzelnen Ländern orientieren.

Alle diese Maßnahmen zielen darauf ab, eine Umverteilung zwischen Armen und Reichen zu schaffen. Außerdem sollen diese Maßnahmen dazu dienen, neue Arbeitsplätze zu schaffen im so genannten dritten Sektor. Dieser dritte Sektor umfasst Arbeiten, die für die Gesellschaft notwendig sind, im Umweltbereich, im Sozialbereich, im Bildungsbereich, usw. Wir fordern eine verstärkte Entwicklung dieses dritten Sektors und die Schaffung neuer Berufe in diesem Bereich.

Die ArbeitnehmerInnen aus der Schattenwirtschaft (Hausangestellte, z.B.) sind besonders benachteiligte Arbeitnehmer, aufgrund der mangelnden sozialen Sicherheit. Aus diesem Grunde fordern wir die Abschaffung jeglicher legalen Diskriminierung (wegen des Geschlechts, des Alters, der Staatsangehörigkeit,…) und eine Bestrafung der Unternehmen und Arbeitgeber die diese Rechte nicht achten.

F. Ausbildung und Schule

Schulische und berufliche Bildung üben einen großen Einfluss auf das ganze spätere Leben jedes/r Jugendlichen aus. Die Bildung wirkt sehr stark auf die Persönlichkeitsentwicklung. Durch sie findet eine Auswahl unter den Einzelpersonen statt und sie bestimmt deren Eingliederung in die Arbeitswelt, das Lohnniveau u.v.m. Sie verursacht auch Schulversagen; das Bildungssystem gewährleistet die Vermittlung von den wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Werten des Neoliberalismus.

Deshalb fordern wir, dass jede Ausbildung für alle Kinder und Jugendlichen, ohne jede Diskriminierung, offen und finanzierbar ist. Dabei soll es eine umfassende erste Allgemeinausbildung geben für alle Kinder und Jugendlichen.

In der Schule und Ausbildung sollen grundsätzlich die unterschiedlichen Fähigkeiten und Interessen der Kinder und Jugendlichen berücksichtigt werden, und dies soll auch die Grundlage sein für die Benotung. Um die Ausbildung an den Fähigkeiten und Interessen zu orientieren, ist es einerseits notwendig, kleine Interessengruppen zu bilden und anderseits gut ausgebildete LehrerInnen und AusbildnerInnen zu haben, die Kinder und Jugendliche in ihrer Unterschiedlichkeit akzeptieren und sie bei ihrer Ausbildung begleiten können. Die Ausbildung des Jugendlichen soll seinen Fähigkeiten, Bedürfnissen und Interessen angepasst sein. Wir fordern somit die Betreuung eines jeden Jugendlichen während seiner gesamten Ausbildung durch einen Orientierungsausschuss.

Konkret bedeutet dies, kleinere Interessengruppen oder Klassen zu haben, eine gute pädagogische Ausbildung der LehrerInnen, sowie Auswertungs- und Reflexionsmöglichkeiten für LehrerInnen zu sichern über die konkrete Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen. Die Lernmethoden sollen kreativ sein und Kreativität fördern und an einem kollektiven Lernen orientiert sein und nicht so wie heute an dem Besten, Stärksten,... Teamarbeit und gewaltfreie Konfliktlösung sollen weitere Grundprinzipien in der Bildung sein.

Wir wollen eine Bildung die sich an den unterschiedlichen Fähigkeiten und Interessen orientiert. Diese Bildung soll die Ungleichheiten ausgleichen und die Vielfalt fördern. Wir fordern eine Bildung, die uns zu mehr Aufgeschlossenheit erzieht und uns nicht auf alte Konzepte oder Rollen fixiert.

Wir fordern, dass die Ausbildung die Jugendlichen in den Betrieben und in der Schule beruflich und ganzheitlich bildet. Damit Lehrlinge nicht als billige Arbeitskräfte ausgenutzt werden, müsste ein Ausschuss geschaffen werden, der die Aufgabe hat, die Auszubildenden zu informieren, zu begleiten und zu unterstützen.

Kinder und Jugendliche sollen in der Schule und Ausbildung die Möglichkeit haben mit neuen Technologien zu arbeiten, und diese auch zu nutzen. In der Ausbildung sollen jedoch auch die Gefahren einer undemokratischen Nutzung bzw. Nutzung gegen jegliche Lebensformen aufgezeigt werden, sowie die schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen. Dies soll dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche einen verantwortungsvollen Umgang mit den neuen Technologien lernen können.

Mitbestimmung muss auch schon in der Schule konkret erfahrbar werden. Wir fordern die Einrichtung bzw. Nutzung der autonomen SchülerInnenvertretung, die auch auf den verschiedenen Ebenen in die Verwaltung, Finanzierung und Diskussion um das Bildungssystem und dessen Inhalte einbezogen werden soll. Auf den verschiedenen Ebenen, lokal bis zur europäischen Ebene, sollen sich Kommissionen bilden, die sich mit Fragen der Bildung auseinandersetzen und in diesen Kommissionen sollen SchülerInnen, LehrerInnen, Eltern, PolitikerInnen, VertreterInnen von Gewerkschaften und von Sozialverbänden eingebunden werden. Diese Kommissionen treffen die für das Bildungssystem notwendigen Entscheidungen im Konsens.

Für die weitere Ausbildung sowohl in Schulen und Betriebe soll es genügend Zeit und Begleitung geben, die uns Jugendlichen die Möglichkeit eröffnet, ausgehend von unseren Fähigkeiten und Interessen verschiedene Berufe bzw. Ausbildungswege kennen zu lernen. In diese Berufsorientierung können auch die Eltern einbezogen werden. Es sollen auch europäische Austauschprogramme angeboten werden, um eine möglichst breite Information zu gewährleisten. In dieser Orientierungsphase können Mädchen bevorzugt so genannte nicht typische Berufe kennen lernen.

Grundsätzlich soll eine Gleichstellung aller handwerklicher Berufe und Gewerbe passieren gegenüber den schulischen Ausbildungen. Die Aufwertung dieser Berufe soll sich auch im leichteren Zugang an Universitäten ausdrücken bzw. auch in der Entlohnung für diese Arbeit.

G. Freundschaften und Beziehungen

Wir wollen gleichberechtigte Beziehungen zwischen Frauen und Männern, wir wollen ohne Druck vom Elternhaus, Schule oder anderen Institutionen unsere Freundschaften leben. Die Freundschaften und Beziehungen sind für uns ein unverzichtbarer wichtiger Bestandteil unseres Lebens. In diesen Beziehungen erleben wir auch eine Anerkennung, ein Ernstgenommenwerden, und wir haben die Möglichkeit zu einer konstruktiven Auseinandersetzung mit für uns wichtigen Lebensfragen.

ImageWir wollen in unseren Beziehungen unsere Sexualität entdecken und in Wert, Würde und Verantwortung leben. Dafür ist eine wirksame Aufklärung und Erziehung grundlegend, was wiederum eine Änderung von Gewohnheiten und Haltungen voraussetzt.

Wir wollen uns selbst entdecken und entwickeln und zwar über einen echten Austausch in den Beziehungen, Gefühlen, Sorgen, Bedürfnissen und Träume ohne dass Gesellschaftsmodelle unsere Beziehungen beeinflussen.

Wir wollen, dass bei der Aufklärung in Schule und Elternhaus vorurteilsfrei über alle wichtigen Fragen diskutiert wird, wie Verhütung, Aids, Geschlechtskrankheiten und Homosexualität. Außerdem fordern wir mehr Hilfe, mehr Beistand für die Jugendlichen, die sich in einer problematischen Lage befinden.

Wir fordern die volle Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Paaren und die Akzeptanz als eine eigene Lebensform. Gleichgeschlechtliche Paare sollen dieselben Rechte und Pflichten haben wie gemischtgeschlechtliche Paare.

Wir fordern auch eine Akzeptanz von anderen Lebensformen, neben der klassischen Familie: das sind Wohngemeinschaften oder andere Lebensgemeinschaften, die Jugendliche entwickeln. Die Entwicklung alternativer Lebensformen soll gefördert werden, weil sie auch eine Möglichkeit sind, Werte wie Gemeinschaft, Solidarität und Freundschaft zu leben.

Jugendliche sollen unterstützt werden sich selbständig zu machen, sie sollen die Möglichkeit haben, ihren eigenen Bereich zu schaffen. Derzeit ist es für viele Jugendliche unmöglich, sich eine eigene Wohnung zu leisten. Deshalb fordern wir eine spezielle Unterstützung für Jugendliche, bzw. Wohnungen die für Jugendliche erschwinglich sind.

H. Kommunikationsmittel

Wir wollen mit unseren FreundInnen, Eltern, ArbeitskollegInnen, MitschülerInnen und MitstudentInnen, Leuten aus unserem Wohnviertel und der Bevölkerung allgemein als wertvolle Personen und gleichberechtigt kommunizieren.

Wir wollen Kommunikationsmittel, die ein reales Bild der Jugendlichen und der Gesellschaft wiedergeben und die unsere Initiativen und die anderer sozialer Gruppen ins rechte Licht rücken, die die Organisation, Verwaltung und Beteiligung der betroffenen Gruppen fördern, d.h. Sprachrohr der einfachen Leute sind. Sie sollen über das lokale bis hin zum internationalen Leben berichten, mit Musik, die uns gefällt, auch wenn sie nicht auf den Verkaufslisten steht, und ein plurales und kritisches Denken fördern.

Wir fordern eine Regelung der Werbung und der Programmgestaltung der Kommunikationsmittel, um Aggression und Diskriminierung von Jugendlichen zu vermeiden.

Wir fordern die Möglichkeit und die Mittel, um uns eigenständig und kritisch mit den Massenmedien und Kommunikationsmitteln auseinandersetzen zu können, z.B. durch das Betreiben freier Jugendradios, Zeitschriften, Internet. Wir fordern gesetzliche Regelungen, die in Zukunft allen die Beteiligung daran ermöglichen.

I. Lebensqualität

Jung sein ist eine tolle Zeit. Wir haben Ideen, Kreativität und Lust, Neues auszuprobieren, unsere Fähigkeiten zu entdecken und uns zu entwickeln. Dazu brauchen wir Zeit und Räume.

Arbeit und Schule sollen uns Jugendlichen genügend freie Zeit geben. Das heißt, dass Arbeit, Ausbildung und Schule so organisiert sein müssen, dass Jugendlichen trotz Lernen noch freie Zeit und Energie bleibt.

ImageWir wollen in unserer Freizeit die Möglichkeit haben, uns mit FreundInnen zu treffen, etwas zu unternehmen und unsere eigene Kultur zu entwickeln. Dafür brauchen wir räumliche Möglichkeiten, die es zum Teil in Jugendzentren gibt. Wir wollen selbst mitbestimmen und Verantwortung übernehmen beim Programm, bei der Verwaltung und bei der Organisation der Jugendzentren. Wir wollen nicht nur gezwungen sein zu konsumieren.

Wir wollen eine Begleitung von Erwachsenen in allen Lebensbereichen, die uns zur Autonomie führt, die Entscheidungen sollen aber von uns Jugendlichen getroffen werden.

Wir fordern, dass alle die gleichen Möglichkeiten in allen Bereichen des Lebens haben, auch die gleichen Freizeitmöglichkeiten. So wehren wir uns unter anderem auch gegen Rollenfixierungen.

Wir möchten eine bessere Verteilung der Ressourcen, sowie ein anderes Wirtschaftssystem, das ein sauberes gesundes Umfeld gewährleistet, das den Bedürfnissen der Menschen entspricht, die in ihm leben. Das erfordert ein Umdenken der Leute, was sich in ihrem Einsatz für die Umwelt ausdrückt, aber auch eine Veränderung in der Produktion.

Wir fordern für alle Jugendlichen, und vor allem für ausländische Mädchen die Schaffung von Beratungs- und Unterstützungsstellen, an die sie sich mit ihren Problemen wenden können.

Wir wollen die Förderung einer autonomen Jugendkultur, das heißt der Kultur die von Jugendlichen selbst entwickelt wird, und wir wollen auch, dass die Vernetzung verschiedener Kulturen bzw. Cliquen gefördert wird.

Dies bedeutet auch eine Förderung, Unterstützung und Anerkennung der Jugendorganisationen, die eine soziale und politische Arbeit leisten und die sich für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzen.

Wir fordern eine längerfristige Förderung dieser Jugendorganisationen ebenso im Personal- wie im finanziellen Bereich und eine Absicherung ihrer Infrastruktur auf den verschiedensten Ebenen.

 
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